ENPP-Rezertifizierung bescheinigt Qualität in der Demenzarbeit

 

08.11.2016 - Eine hervorragende Qualität in der Umsetzung des psycho-biographischen Pflegemodells zur Pflege und Betreuung verhaltensauffälliger Bewohner mit der ärztlichen Diagnose Demenz hat das „Europäischen Netzwerk für Psychobiographische Pflegeforschung nach Prof. Böhm“ (ENPP) in der jüngsten Rezertifizierung dem Seniorenzentrum Franziskuskloster-Lindenplatz innerhalb der Franziska Schervier Altenhilfe bestätigt. Die Rezertifizierung (WB Hedwig) erfolgte turnusgemäß 2 Jahre nach der erstmaligen Zertifizierung am 04.09.2014. 

In welchen Bereichen wurde hauptsächlich geprüft und wie sind die Prüfungsergebnisse ausgefallen?

„Bereiche“ sind im Sprachgebrauch der ENPP die so genannten „Prüfdimensionen“.

Die u. g. „Prüfdimensionen“ wurden auf WB Hedwig geprüft. Je „Prüfdimension“ können maximal 5 Sterne erreicht werden. Für eine Verleihung des „Signums“ müssen in allen 4 „Prüfdimensionen“ jeweils mindestens 1 Stern (=51 – 60%) erreicht werden. Die Anzahl der Sterne entspricht dabei dem Erfüllungsgrad der jeweiligen „Prüfdimension“ (*** = 71 – 80%; **** = 81 – 90%). Hier die Ergebnisse der Rezertifizierung im September 2016:

  • Psychobiographische Millieugestaltung: *****
  • Psychobiographisches Normalitätsprinzip: ****
  • Rehbilitative Hausideologie: *****
  • Psychobiographische Pflegeplanung ***

Frau Sattler von ENPP, beurteilte das Ergebnis als „Sehr gut!“! 

Beurteilung der Erfahrungen mit dem Rezertifizierungsprozesses nach Böhm durch Frau Renate Kraus, PDL:

Wir erreichten seinerzeit die Erstzertifizierung nach 2 Jahren Einführungszeit – also relativ schnell – und dem Ergebnis „sehr gut“. Auch bei der Rezertifizierung klappte es auf Anhieb. Entsprechend sind wir sehr stolz!

Das alles war aber auch nur möglich durch die insgesamt gute Begleitung durch ENPP und durch die Unterstützung durch alle involvierten Mitarbeiter des eigenen Hauses:

  • Die Praxistage, bei denen ein ENPP-Experte 1 Tag zur Beobachtung auf den WB kommt, um uns anschließend zu coachen.
  • Schulungen.

Auch alle Fachbereiche im Haus wurden nach Bedarf einbezogen und geschult.

  • Im Vorfeld der Erstzertifizierung hatten wir bereits sehr viel Mühe investiert in die psychobiographische Millieugestaltung (Raumausstattung und Möblierung) des Wohnbereiches. Das zahlte sich auch bei der Rezertifizierung aus. Die erhoffte Wirkung dieser Millieugestaltung besteht darin, dass der dementiell veränderte Bewohner sich tatsächlich zu Hause fühlt „wie damals bei Muttern bzw. als junger Mann/ls junge Frau“, weil er/sie umgeben ist von Zimmerobjekten aus seiner / ihrer Prägungszeit damals (an die sich dementiell veränderte BewohnerInnen oft noch sehr gut erinnern). In Folge ergibt sich bei positiver heutiger Milieu-Übereinstimmung mit der jeweiligen damaligen Prägungszeit:
    • eine praktisch nicht mehr vorhandene Neigung des Bewohners zum heimlichen Verlassen des WB,
    • eine allgemein größere BW-Zufriedenheit,
    • eine Vermeidung von bestimmten nachsorgenden Pflegetätigkeiten (konkretes Beispiel dazu siehe weiter unten) sowie natürlich
    • die positive Bewertung dieser Prüfdimension „Psychobiographische Millieugestaltung“ im Rahmen der Zertifizierung durch ENPP.

 

Eine Reihe von Mitarbeitern waren bei der Prüfungsvorbereitung + der Prüfung persönlich sehr engagiert. Dieses Engagement ist eine ganz wichtige Voraussetzung für unseren Erfolg gewesen. Daher gilt diesen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an dieser Stelle ein ganz herzliches „DANKE“!

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