Mehr oder weniger.

Konzert, Foto: Shutterstock / Schervier Altenhilfe

01.03.2017 - Frau Müller, schauen Sie heute Ihre Lieblingsserie im Fernsehen?

Na, ja. Heute schon, aber morgen nicht. Die verkneife ich mir und dann gehe ich mit meiner Enkelin eine Runde spazieren. Das ist mein Fastenvorsatz.
Fastenzeit in einer Senioreneinrichtung. Hat dies noch eine Bedeutung?

Es ist nicht so, als ob man in unseren Häusern Schokolade essen würde bis zum Umfallen oder maßlos Wein trinkt. Und überhaupt: nach alten Regeln „muss“ keiner der Senioren überhaupt fasten. Wenn wir aber die Fastenzeit als eine besondere Zeit der Neuorientierung verstehen, dann ist natürlich jeder eingeladen, diese Zeit für sich zu nutzen.

Für manche ist es der gute Vorsatz, etwas mehr Bewegung mitzunehmen, raus zu gehen, weil es eben gut tut und die Gesundheit stabilisiert. Andere besuchen ihre Nachbarn, denen es schwer fällt, zum Essen ins Restaurant zu gehen. Manche Bewohner fangen an, wieder etwas mehr zu lesen oder gehen in ein Konzert. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, mehr spirituelle Angebote des Hauses nutzen, z.B die Kreuzwegandachten oder einen Gottesdienst, die Suche nach meinem Gott. Auch das tut gut.

Es geht nicht darum, etwas wegzulassen, sondern sich und anderen etwas Gutes zu tun: etwas für Leib und Seele, für die Gesundheit, zur persönlichen Ansprache und Bildung, etwas Versöhnliches. In diesem Sinn wünschen wir allen – ob Jung oder Alt – eine reichhaltige Fastenzeit.