Demenz lebt!

St. Bilhildis zeigte Fotos aus der Begleitung dementiell Erkrankter

„Berührend und ermutigend – Danke!“, schrieb ein Besucher der Ausstellung „Demenz lebt!“ ins Gästebuch. Ein anderer: „Sehr schöne Fotos, die zum Nachdenken anregen.“ Und ein weiterer: „Ein Herz für demenzkranke Menschen! Diese Ausstellung möge vielen Angehörigen eine Hilfe sein.“ Insgesamt kamen rund 340 Interessierte in die Vorhalle der Christuskirche Mainz, wo das Seniorenpflegeheim St. Bilhildis eine Ausstellung über Möglichkeiten der Begleitung von Menschen mit Demenz zeigte. Vom 2. bis zum 15. September 2011 waren Fotografien von Werner Feldmann zu sehen, der verschiedene Situationen aus der sozialen Betreuung des Heimes abgelichtet hat. 

Tanzen, Foto: Schervier AltenhilfeTanzen, Foto: Schervier Altenhilfe

Ziel der Ausstellung war es, zum Abbau von Vorurteilen gegenüber der Krankheit beizutragen sowie über praktisch erprobte und wissenschaftlich belegte nichtpharmakologische Therapiemöglichkeiten zu informieren. Wenn ein Mensch an Demenz erkrankt, kann er immer noch ein würdiges und gutes Leben führen – das sollte die Botschaft sein. Zu sehen waren in der Regel ein Bewohner und ein Begleiter in unterschiedlichen Aktivierungseinheiten: in der Kunsttherapie, bei einer musikalischen Beschäftigung, in der Erinnerungsarbeit, beim Spielen, Sich-Bewegen oder bei individuell noch möglichen Alltagsbetätigungen. Aber auch Möglichkeiten der Begleitung in sehr späten Krankheitsstadien wurden dargestellt: das sind vor allem Versuche der sensorischen Kontaktaufnahme über Klänge, Düfte und Berührung.

St. Bilhildis hat die Betreuung von Menschen mit Demenz seit 2006 an der Selbsterhaltungstherapie (SET) ausgerichtet, die Dr. Barbara Romero an der Klinik rechts der Isar der TU München entwickelt hat. Am Eröffnungstag referierte sie über die Bedeutung einer angemessenen Beschäftigung und einer angepassten Kommunikation für die Begleitung dementiell Erkrankter. Im Alltag die Konfrontation mit Defiziten meiden, Bestätigung geben, positive Erinnerungen wecken, auf Übungen zur Verbesserung der Leistung verzichten, dafür sich um attraktive und ausreichende Beschäftigung sorgen, die weder unter- noch überfordert – das können wirkungsvolle Mittel einer Begleitung sein.

Grußworte zu den nicht ganz 60 Besuchern der Ausstellungseröffnung sprachen Herr Matthias Teutsch, Pfarrer der Christuskirchengemeinde, Herr Dr. Klaus Herzberg, Geschäftsführer der Franziska Schervier Altenhilfe gGmbH, sowie Frau Gudrun Andres, Vorsitzende der Alzheimergesellschaft Rheinland-Pfalz. Finanziell unterstützt wurde die Ausstellung „Demenz lebt!“ von der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz, der Bank für Kirche und Caritas, der Verlagsgruppe Rhein-Main, dem Otto Schott-Fonds und von Bewohnern des Bilhildis-Heimes.